Leidenschaftlicher Einsatz für demokratische Werte, dies ist eines der Grundmotive des Lebenslaufes von Tschachotin. Nach eigenem revolutionärem Engagement in Russland (1902 und 1918) wandelt sich sein aktivistischer Kampfgeist aufgrund der Ereignisse der blutigen Oktoberrevolution in eine pazifistische Grundeinstellung. Weiterhin tritt er unermüdlich für seine Überzeugungen ein, setzt aber stärker auf die Macht von Worten und Symbolen. Anfang der 1930er Jahre initiiert er vor dem Hintergrund des aufkeimenden Nationalsozialismus die Aktion „Dreipfeil gegen Hakenkreuz“ als visuelle Gegenoffensive und ist als Propagandist der Widerstandsbewegung „Eiserne Front“ aktiv.  Dazu Tschachotin: „Den Faschisten, die außer sich waren über unsere Zeichenkampagne, blieb nichts anderes übrig, als neue Hakenkreuze an die Wände neben die drei Pfeile zu malen. So entbrannte auf den Wänden in Heidelberg ein eigenartiger psychographischer Guerillakrieg: Hitlers Anhänger malten ihre Hakenkreuze und wir übermalten sie mit unseren drei Pfeilen...“. Für die „Eiserne Front“ organisiert er gemeinsam mit Carlo Mierendorff bis zu seiner Flucht aus Deutschland kostümierte Massenaufmärsche und -kundgebungen, um gegen die Nationalsozialisten mobil zu machen. Entgegen der notwendigen Kontinuität unterbricht Tschachotin immer wieder seine wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiet der Zellbiologie zu Gunsten seines politischen Engagements. Auch können weder das Exil, noch finanzielle Not oder die Internierung im Nazi-Lager in Compiégne seinen Einsatz stoppen. Nach dem Krieg kämpft Tschachotin gegen die Atombombe und Umweltverschmutzungen. Darüber hinaus setzt er sich im Sinne einer  internationalen Verständigung unter Wissenschaftlern intensiv für die Weltsprache Esperanto ein.