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„Jetzt war ich hoffnungslos in die Wissenschaft verliebt!“ Aus Leidenschaft beginnt Sergej Tschachotin 1901 sein Studium der Medizin und Biologie in Moskau, welches er in München, Berlin und Heidelberg fortsetzt und mit Promotion abschließt. Als herausragender junger Wissenschaftler wird er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, arbeitet als Assistent für Pawlow und wird als Professor nach Zagreb berufen. Sein wissenschaftliches Interesse in der Biologie richtet sich insbesondere auf die experimentelle Zellforschung. Durch die Entwicklung des Strahlenskalpells gelingt ihm 1910/11 erstmals die Manipulation lebender Zellen. Er zählt damit zu den Wegbereitern heutiger Laser- und Gentechnik sowie moderner Krebsforschung. Sein Interesse gilt darüber hinaus der Rationalisierung wissenschaftlicher Arbeitsmethoden, zum Beispiel der effektiven Organisation weltweiter Forschungsergebnisse. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit steht immer auch die interdisziplinäre Verbindung verschiedener Fachgebiete. So überträgt er in seinem berühmten Buch „Le viol des foules par la propagande politique“ (“Die Vergewaltigung der Massen”, 1939) die Theorie der Konditionierung der Reflexe auf die Propagandamethoden der Nationalsozialisten. Sein aktives politisches Engagement zwingt Tschachotin wiederholt zur Unterbrechung seiner wissenschaftlichen Forschungen, die er kontinuierlich erst wieder 1958 in Moskau aufnehmen kann.
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